|
Übers Wat
Wer wir sind
Wir sind ein Mönchskloster und gehören zur sog. Waldtradition des
Theravada-Buddhismus, der seine einzige Lehrgrundlage aus dem Pali-Kanon,
den heiligen Schriften des Urbuddhismus, ableitet. Die Waldtradition
orientiert sich so nahe wie in unserer Zeit und Kultur möglich an den
Ordensregeln des Pali-Kanon (Vinaya) und hat ihre originären
Schwerpunkte in Meditation, Unterweisung in buddhistischer Lehre und
Lebensführung sowie in praktischer Seelsorge.
Der Name unseres Klosters, das 1991 gegründet wurde, bedeutet wörtlich
"Die fünf Kräfte des Buddha" (Pali: pancabala). Unser Abt ist der
Ehrwürdige Phra Adjahn Tiva Abhakaro.
Woher wir kommen
Die von uns praktizierte Waldtradition ist in kultureller
Hinsicht thailändisch geprägt; daher sind wir zweisprachig: all unsere
Veranstaltungen, seien sie religiöser oder kultureller Natur, finden in
deutscher und thailändischer Sprache statt. Wir sind jvöllig eigenständig und
nicht von einem anderen Kloster abhängig.
Wie wir organisiert sind
Da der Buddhismus in Deutschland nicht staatlich anerkannt (keine
anerkannte Körperschaft des öffentlichen Rechts) ist, war die Gründung
eines Trägervereins unumgänglich. Er trägt den Namen "Benjapon
Buddhistische Gemeinschaft e.V." (Vereinsregister des Amtsgerichtes
Hanau, Nr. 41 VR 1274) und ist vom Finanzamt Hanau als gemeinnützig
anerkannt (Bescheid vom 22.12.2005 Steuernummer 25054020).
Spendenquittungen werden gesammelt am Jahresende ausgestellt. Seit
Oktober 1995 sind wir Mitglied der Deutschen Buddhistischen Union,
München.
Was wir tun
Unsere wichtigsten Aktivitäten in Stichworten:
- Buddhistische Liturgie (Gesamtablauf): täglich Morgen- und
Abendrezitation, sonntags Lehrverkündung durch einen Mönch, Rezitieren
der fünf bzw. acht Selbstverpflichtungen oder Buddhistische Übungen (Pali:
Panca-silam bzw. atthanga-silam)
- Essensspende an die Mönche Unterweisung in der Lehre (Pali: dhamma)
des Buddha
- Zufluchtnahme zu Buddha, Dhamma und Sangha (Mönchsgemeinde) im Tempel
- Gesprächsmöglichkeit mit den Mönchen (Fragen aller Art -
einschließlich seelsorgerischer - können jederzeit an die Mönche
gerichtet werden)
- Unterweisung in buddhistischen Meditationstechniken und in
Alle-Güte-Meditation (Pali: metta bhavana); die Techniken sind
abhängig von den anwesenden Mönchen
- Monatlich ein Meditationswochenende in Thai und deutsch
- Mobile Seelsorge (Mönche besuchen die buddhistische Diaspora, d. h.
die zerstreut lebende Minderheit), meist samstags
- Buddhistische Familienfeiern wie Hochzeiten o. ä., einschl.
Trauerfeiern oder Begräbnissen
-Veranstaltung buddhistisch-thailändischer Feste
- Pflege und Unterhaltung des Tempels
- Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Führung von Schulklassen)
Was wann stattfindet
Morgen- und Abendrezitation (Thai: Suatmon) täglich um 10.00 bzw. 20.00
Uhr
Essensspende: täglich im Anschluss an die Morgenrezitation
Segen (Thai: Rapon) immer nach der Essenspende
Sonntags Dhamma-Unterweisung durch einen Mönch, Rezitieren der fünf bzw.
acht
Selbstverpflichtungen oder Tugendregeln ab 10.00 Uhr
Was zu beachten ist
Da wir nicht ganzjährig geöffnet haben und in der Woche einschl.
samstags die Mönche zu Einladungen Familien- und auch Trauerfeiern
unterwegs sein können, bitten wir Sie, vor einem Besuch kurz anzurufen,
um sicher zu sein, dass auch Mönche da sind.
Meditationskurse gibt es jeden Monat in Form von Meditationswochenenden. Klosteraufenthalte (Übernachtungen) und Besuche außerhalb der
täglichen bzw. sonntäglichen Aktivitäten sind nur nach vorheriger
Anmeldung möglich.
Nicht alle Mönche sprechen (fließend) Englisch. Falls Sie das Gespräch
mit den Mönchen suchen und nicht thailändisch sprechen können, werden
wir für Übersetzung sorgen. Für hochwertige Dhamma-Diskussionen müssen
wir einen speziellen Übersetzer engagieren; bitte teilen Sie uns einen
solchen Wunsch rechtzeitig mit.
- Bei längeren Klosteraufenthalten (Übernachtungen), wird empfohlen (und
erwartet), dass der Besucher / die Besucherin sich an die Acht
Selbstverpflichtungen hält. Dies dient wesentlich den Erfolgen, die Sie
in der Meditation erreichen werden.
- Wir verkaufen keine Meditations-CDs und treiben keinen
Devotionalienhandel.
- Wer außer lebendigem und praktiziertem Buddhismus noch etwas anderes
erwartet - wie etwa südostasiatische Architektur, wertvolle
Kunstgegenstände oder exotisches Ambiente - wird von dem Tempel
enttäuscht sein. Ganz im Einklang mit der Waldtradition des
Theravada-Buddhismus hat man sich nämlich bewusst auf das Wesentliche,
Notwendige und Pragmatische beschränkt; so ist die große Sala (Pali:
Versammlungsraum) eine ehemalige Lagerhalle.
Wo wir sind
Langenselbold liegt zwischen Frankfurt/M. und Gelnhausen, direkt
an der A 66
Unsere Adresse:
Buddhistisches Kloster Wat Puttabenjapon
Felgenstraße 36, D-63505 Langenselbold
Tel. 06184-3615, Fax. 06184-901095
Email: mail@wat-p.de
Spendenkonto: VR Bank Main-Kinzig e. G., Kontonummer:
2614197, Bankleitzahl:506 616 39
Zum Seitenanfang |
|
Zu Gast im Kloster
Allgemeine Verhaltensregeln
Betreten von Sakralräumen. Nach indischer und asiatischer Sitte werden
beim Betreten von Tempeln die Schuhe ausgezogen.
Füße / Sitzen. Beim Sitzen ist darauf zu achten, dass Fußsohlen
nicht auf einen anderen Menschen oder eine Buddha-Figur zeigen. In
Thailand gilt es als schwere Beleidigung, seinem Gegenüber die Fußsohlen
entgegenzustrecken. Achten Sie auch darauf, wenn Sie auf dem Boden
sitzen und die Beine ausgestreckt nach vorne halten, oder wenn Sie auf
einem Stuhl mit überschlagenen Beinen sitzen.
Grüßen. Händeschütteln ist eine europäische Sitte und andernorts
ungebräuchlich. In Thailand und anderen *Theravâda-Ländern begrüßt man
sich mit dem Wai. Dabei werden die Handflächen aneinandergelegt und in
Brusthöhe gehalten und der Kopf leicht gesenkt.
Berühren anderer Menschen. Nach altem thailändischen (nicht:
buddhistischen) Volksglauben ist der Kopf der Sitz der Seele. Das
Berühren des Kopfes einer anderen Person ist eine schwere Beleidigung.
Das gilt auch Kindern gegenüber, denen man nicht über die Haare
streichen darf. (Nicht anstößig ist dieses Verhalten nur bei Personen,
die in verwandtschaftlicher oder intimer Beziehung zueinander stehen.)
Umgang mit Mönchen (*Phra) und *Upâsakas / Upâsikâs. In allen *Theravâda-Ländern
genießen Mönche ein hohes Ansehen. Ihnen wird mit Respekt und
Zurückhaltung begegnet. Das oben Gesagte ist mit besonderer Achtsamkeit
im Umgang mit den Mönchen zu beherzigen:
Die Fußsohlen dürfen nicht zum Mönch hin zeigen.
Mönche werden nicht berührt - weder von Männern noch von Frauen;
folglich wird ihnen auch nicht die Hand zum Gruß geboten. Das gleiche
gilt im Umgang mit *Upâsakas / Upâsikâs (erkennbar an der weißen bzw.
schwarz-weißen Bekleidung): Männer berühren keine *Upâsikâ, Frauen
keinen *Upâsaka.
Eine spezifisch thailändische Sitte ist es, dass Frauen Mönchen die
Essensspende (oder sonstige Dinge) nicht direkt reichen, sondern auf
einem vom Mönch ausgebreiteten Tuch oder durch einen Mann darbieten. Das
gleiche gilt für Männer im Umgang mit Nonnen und *Upasikas, wodurch
deutlich wird, dass diese Regel/Sitte nicht frauenfeindlichen Ursprungs
ist.
Die Sitte, den anderen Menschen ausreden zu lassen, ist auch im
westlichen Kulturkreis bekannt und gilt als ein Gebot der Höflichkeit.
Da der Mönch Lehrer des *Dhamma ist, kommt ihm diese Respektsbezeugung
in besonderem Maße zu: Wenn Sie keine Zeit haben, fangen Sie am besten
erst gar keine Unterhaltung mit ihm an.
Zum Seitenanfang |
|
Meditationsgäste
Vorab-Informationen für einen
Klosteraufenthalt:
Bis auf weiteres
wollen wir Meditationsgäste nur im Rahmen von Kursen annehmen. Die
Termine sind jeweils auf der Termine-Seite (Termine.htm) zu
finden.
Andere Interessierte
an der Meditation können jeden Abend um 20:00 Uhr ins Kloster kommen um
mit den Mönchen zu sprechen. Kommen Sie, wenn Sie Meditation kennen
lernen möchten oder Fragen haben. Frau Somporn Bünnecke übersetzt für
Sie ins Thailändische und zurück, da die Mönche am liebsten in Thai
sprechen.
Sonntags haben wir
von 13:00 bis max. 16:00 Meditationen im Sitzen und Gehen. Sie sind auch
für Einsteiger geeignet.
Bei den Kursen:
Die Anleitungen der
Mönche werden von ins Deutsche übertragen. Die Mönche sitzen alle
Meditationen mit. Wenn tagsüber nicht möglich, werden Ihre Fragen ab
20:00 mit dem Mönchen besprochen.
Bitte rechtzeitig vor
dem Termin anmelden. Bitte geben Sie Namen, Adresse und Telefonnummer,
Email an, damit wir Sie ggf. vorher erreichen können.
Die Verpflegung
erfolgt mit den Mönchen, d. h. nur einmal am Tag, gegen Abend gibt es
nur etwas Bitterschokolade (keine volle Mahlzeit).
ACHTUNG VEGETARIER!
In unserer Tradition
ist es nicht üblich, dass die Mönche nur vegetarisch essen dürfen.
Vielmehr müssen sie mit dem zufrieden sein, was ihnen gespendet wird.
Wir bitten um Verständnis, dass wir deshalb keine vegetarische Kost
sicherstellen können.
Bequeme Kleidung
(Jogging-Anzug o. ä.) mitbringen, ggf. auch eigenen Schlafsack.
Meditationsgäste
sollten während des Aufenthalts das Klostergelände möglichst nicht
verlassen, bitte vor der Ankunft alles andere erledigen.
Um die Meditation
schnell und erfolgreich werden zu lassen, sollte auf Telefon, Handy usw.
verzichtet werden. Möglichst nichts lesen, ggf. nur unsere Heftchen.
Auf dieser Homepage
finden sie auch alles weitere, was sie möglichst vorher lesen sollten.
(z. B. Schriftenreihe, Wat-Info)
Zur Vorbereitung zu
Hause können sie, wenn möglich üben längere Zeit im Schneidersitz zu
sitzen, um sich bei uns Schmerzen zu ersparen. Eine halbe Stunde wäre
sehr schön.
Mit lieben Gedanken,
das Team von Wat Puttabenjapon
Regeln bei mehrtägigem Aufenthalt im
*Wat
1. Besucher und Besucherrinnen, die gerne hier zum Meditieren bleiben
wollen, müssen mit einem Mönch die geplante Dauer absprechen. Die
maximale Dauer beträgt 7 Tage. Bis auf weiteres nur im Rahmen eines
Kurses möglich.
2. Während des Aufenthaltes sollten die acht Selbstverpflichtungen (*Sîla)
eingehalten werden. (Durch das Tragen schwarz-weißer oder weißer
Kleidung wird auch den anderen Besuchern verdeutlicht, dass man die acht
Selbstverpflichtungen einhält.)
In Ausnahmefällen können Abweichungen zugelassen werden.
3. Termine für Einführungen und Einweisungen in die Meditation können
mit einem Mönch individuell vereinbart werden.
4. Das Austauschen von persönlichen Erfahrungen beim Meditieren mit
anderen Meditierenden ist nicht sinnvoll, da jeder Mensch seine eigenen
Erfahrungen macht. Auftauchende Fragen und Schwierigkeiten, die die
Meditation oder den Aufenthalt im *Wat betreffen, können jederzeit mit
dem Mönch besprochen werden.
5. Es gibt kein Redeverbot im *Wat. Für Meditierende ist jedoch weniger
sprechen besser, weil die Meditationen dann erfolgreicher sein kann - so
die Erfahrung.
6. Die Teilnahme an der Morgen-*Rezitation um 10.00 Uhr wird erwartet.
Dagegen wird die aktive Teilnahme an der Liturgie (dreimaliges Verbeugen
vor Buddha / vor der Buddha-Statue und den Mönchen, Mitrezitieren, ohne
Stuhl sitzen etc.) von nicht-buddhistischen Meditationsgästen nicht
erwartet. Die Selbstverpflichtung Nr. 6 (nach 12:00 gibt es im Wat keine
Mahlzeiten mehr) ist zu beachten. Nach dem Essen sollten die Gäste ihr
Geschirr selber abwaschen.
7. Während des Aufenthaltes ist das Zimmer sauber zu halten. Alle dem
Kloster gehörenden Gegenstände müssen zurückgegeben werden. Das Zimmer
ist vor Verlassen des Klosters zu reinigen. Beschädigtes oder verlorenes
Klostereigentum muss erstattet werden.
Tagesablauf für Meditationsgäste
Für Gäste, die zur Meditation im *Wat sind, beträgt der maximale
Aufenthalt 7 Tage. Falls mit dem Mönch nichts anderes festgelegt ist,
sollte man die nachfolgenden Blöcke eigenverantwortlich durchführen.
Der Tagesablauf sieht wie folgt aus:
7.00 Sitzmeditation 30 min., Gehmeditation 20 min., Sitzmeditation 30
min.
10.00 Gemeinschaftsveranstaltung: Rezitieren, Segen, Essen
13.00 Sitzmeditation 30 min., Gehmeditation 20 min., Sitzmeditation 30
min.
16.00 Sitzmeditation 30 min., Gehmeditation 20 min., Sitzmeditation 30
min.
18.00 Sitzmeditation 30 min., Gehmeditation 20 min., Sitzmeditation 30
min.
20.00 Gemeinschaftsveranstaltung: Rezitieren, Meditieren und *Dhamma-Gespräche,
Fragen und Antworten. Zwischen den einzelnen Blöcken haben Sie jeweils
Pause, in der Sie sich ausruhen dürfen oder gerne buddhistische Bücher
lesen können.
Unser Wunsch für Sie ist: Mögen Sie Ihr Glück durch die Ausübung der
buddhistische
Praxis, durch das Praktizieren von *Dhamma, finden!
Zum Seitenanfang |
|
Lagepläne
Wo wir sind
Langenselbold liegt zwischen Frankfurt/M. und Gelnhausen, direkt
an der A 66
Unsere Adresse:
Buddhistisches Kloster Wat Puttabenjapon
Felgenstraße 36, D-63505 Langenselbold
Tel. 06184-3615, Fax 06184-901095
Übersichtsplan:
Plan von Langenselbold:
alter Plan:
Zum Seitenanfang |
| Glossar
P = *Pâli S = *Sanskrit
T = Thailändisch
m = männlich f = weiblich n =
sächlich
Ajahn (T; verschiedene Schreibweisen, sprich: a-dschaan; vgl. P:
âcariya; S: âcârya) Lehrer
Ânâpâna-*Sati (P) Achtsamkeit (*Sati, sprich: satti) beim Ein-
und Ausatmen. A. ist keine Atemübung (vgl. Yoga), sondern eine
Konzentrationsübung, wobei die Atmung - anders als bei der
Zen-Meditation - nicht beeinflusst wird.
Bhante (P) Anrede für einen Mönch, wörtl.: „Ehrwürdiger!", in Sri
Lanka gebräuchlich
Bhikkhu (P; S: bhiksu) ordinierter buddhistischer Mönch, vgl. *Tan
und *Phra. Die Ordination „ist keine Einweihung in eine
Mysteriengenossenschaft, auch kein sakramentaler Akt wie eine
Mönchsweihe der christlichen Ostkirche, sondern ein bloßer Rechtsakt.
[...] Die buddhistischen Mönche legen keine 'ewigen Gelübde' ab, sie
können darum jederzeit aus dem Mönchsleben ins Weltleben zurückkehren"
(F. Heiler, Die Religionen der Menschheit, hrsg. v. K. Goldammer, 5.
Aufl., Stuttgart 1991, S. 183 f.).
Bindabad (T; P: pindapâta, S: pindapâtra) täglicher
Almosensammelgang der Mönche um Nahrung
Buddha (P = S) der Erwachte; der Erleuchtete. Wenn *Theravâda-Buddhisten
'Buddha' verehren oder von 'Buddha' reden, meinen sie im allgemeinen den
historischen Buddha, nämlich Siddhattha Gotama (P; S: Siddhârtha
Gautama) Buddha, auch 'Sakyamuni' (P; S: Šakyamuni, š = sch) genannt.
Der hist. Buddha hat weder einen Anspruch auf Göttlichkeit noch auf
Einzigartigkeit erhoben. Der *Pâli-Kanon nennt sechs (mythische) Buddhas
vor Gotama und prophezeit einen Buddha der Zukunft namens Metteyya (P;
S: Maitreya). „Einsichten ohne Nutzen für die Leidensbefreiung
betrachtete der [historische] Buddha als wertlos: Er war ein
Heilspragmatiker, kein Metaphysiker" (H. W. Schumann, Buddhismus.
Stifter, Schulen und Systeme, 2. Aufl., Olten / Freiburg i. Br. 1978, S.
59).
Buscha siehe unter *Pûjâ
Dhamma (m!) (P; S: dharma) Hauptbedeutung: die Lehre (des
*Buddha); weitere Bedeutungen: Gesetz, Norm, kosmische Ordnung,
Wahrheit, Geistesinhalt / Denkobjekt, Daseinsfaktor(en), Sachverhalt /
Ding
Kuti (P = T; sprich: kutti) Mönchswohnung, wörtl.: Hütte
Luang Pi (T) ehrenvolle Anrede für einen Mönch etwa im mittleren
Alter, wörtl.: „ehrwürdiger Bruder!"
Luang Poh (T) ehrenvolle Anrede für einen Mönch etwa in Alter
eines Seniors, wörtl.: „ehrwürdiger Vater!"
Luang Buh (T) ehrenvolle Anrede für einen Mönch im hohen Alter,
wörtl.: „ehrwürdiger Großpapa!"
Maekao (T, sprich: mä-kau) Klosterbesucherin,
Meditationsschülerin, welche die acht Selbstverpflichtungen (atthanga *sîla)
einhalten will, Upasika im Sinne der zweiten Bedeutung (siehe unter *Upâsaka).
Mettâ (P; S: maitri) Liebende Güte, 'Allgüte'; mettâ-bhâvanâ (P):
Liebende-Güte-Meditation; mettâ-sutta (P): *Sutta von der Liebenden
Güte, eines der populärsten *Rezitationstexte des *Theravâda, im *Pâli-Kanon
überliefert (Snip 1,8 = Khp 9)
Pahkao (T, sprich: pa-kau) Klosterbesucher, Meditationsschüler,
der die acht Selbstverpflichtungen (atthanga *sîla) einhalten will, *Upâsaka
im Sinne der zweiten Bedeutung (siehe unter *Upâsaka).
Pâli wörtl.: Text; mittelindoarische Sprache, in der die
„heiligen". Schriften (*Pâli-Kanon) des *Theravâda-Buddhimus abgefaßt
sind. Der historische *Buddha sprach nicht Pâli, sondern einen Dialekt
des Königreiches Magadha, aus dem er stammte, Mâgadhî genannt. „Als
bisheriges Ergebnis der langen Kontroverse über den sprachlichen
Charakter des Pâli darf man festhalten, daß Pâli ein Dialekt des
westlichen Zentralindiens, und zwar wohl der Dialekt von Vidišâ im
heutigen Madhya Pradesh, der Heimat des Ceylon-Missionars Mahinda [...],
gewesen ist. Die ältesten buddh. Texte sind mithin aus dem östlicheren
Dialekt von Magadha, der Heimat des Buddha, ins Pâli übertragen worden
[...]. Dabei sind einzelne Wörter und Formen dieses Dialekts beibehalten
worden. Die älteste Pâli-Prosa stellt, abgesehen von diesen sog.
Magadhismen, eine ziemlich einheitliche Sprachform dar [...]. Nach der
im 1. Jh. v. Chr. in Ceylon erfolgten schriftlichen Aufzeichnung des
Pâli-Kanons [...] wurde Pâli zur Kirchensprache des Theravâda-Buddhismus
[...] mit seiner umfangreichen Literatur; es dient bis heute als
internationale religiöse Sprache der Theravâda-Buddhisten" (H.Bechert /
G.Roth in: H.Bechert / G.v.Simon (Hrsg.) Einführung in die Indologie.
Stand, Methoden, Aufgaben, 2., erg. Neuausg., Darmstadt 1993, S. 26;
Hervorhebung im Original). Es existieren unterschiedliche
Aussprachetraditionen - in den *Theravâda-Ländern ebenso wie in
verschiedenen Gelehrtenkreisen. So wird beispielsweise auf Sri Lanka das
*Pâli anders als in Thailand ausgesprochen, deutsche Indologen
bevorzugen eine andere Aussprache
als singhalesische oder indische Gelehrte - usw.
Pâli-Kanon die Sammlung der „heiligen" Schriften, die in *Pâli
überliefert sind, bestehend aus drei großen Teilen: Sammlung (wörtl.:
Korb) der Ordenszucht (*Vinaya-pitaka) - Slg. der Lehrreden
(*Sutta-pitaka) - Slg.
der scholastischen Erörterungen (Abhidhamma-pitaka); die buddh.
Bezeichnung für den P. lautet wörtlich „Dreikorb" (P: ti-pitaka; S:
tri-pitaka). Der *Theravâda-Buddhismus hat ein ganz anderes Verhältnis
zu seinen hl. Schriften als die anderen (Welt-) Religionen: Ein
fundamentalistisches Schriftprinzip, die klerikale Monopolisierung der
Schriftauslegung und intellektuelle oder gar rituelle Schriftverehrung
sind ihm gänzlich fremd.
Phansa (T; P: vassâ) Regenzeitklausur für Mönche, siehe dazu auch
die Erläuterung zu Khao*Phansa auf S. 7 f.
Pûjâ (f) (P = S) Verehrung, Zeremonie; Thai-Aussprache: bu-scháa
Phra (T, sprich: praa) Mönch, siehe auch *Bhikkhu und *Tan
Rapon (T, sprich: ra-pónn; auch: lapón) Segen oder Segenswünsche
der Mönche nach der Essensspende. Dieser Ritus ist im Sinne des *Theravâda
weder als sakramentaler Akt (im christlich-theologischen Sinne) noch als
magische Manipulation aufzufassen.
Rezitation siehe unter *Suatmon
Sâlâ (f) (P = T) (Versammlungs-) Halle
Sangha (m!) (P = S) die buddh. Gemeinde; 1. (im engeren Sinne)
die Gesamtheit der Mönche und Nonnen, 2. (im weiteren Sinne) alle buddh.
Gläubigen (Mönche, Nonnen, Laienanhänger/innen)
Sanghatan Sachspenden für die Mönche oder das Kloster
Sanskrit altindische (indo-arische / indoeuropäische) Sprache; S. ist
die klassische Literatursprache Indiens und die Sakralsprache ('heilige
Sprache') der Hinduisten und Mahâyâna-Buddhisten. Unterschieden wird in
vedisches, klassisches und buddh. (auch: hybrides) S.
Sati (f) (P; S:smriti) Achtsamkeit, Konzentration
Satipatthâna (n) (P; S: smriti-upasthâna), wörtl.: die (vier)
Grundlagen (auch: Erweckungen) der Achtsamkeit; Meditationsmethode, bei
der sich die Achtsamkeit auf vier Gebiete richtet: Körper, Gefühl /
Empfindungen, Geist / Bewußtseinszustand und Geistobjekte.
Selbstverpflichtungen siehe unter *Sîla
Sîla (n!), (P; S: sîla) Sittlichkeit; pañca sîla (P) die fünf
Selbstverpflichtungen (auch: Gebote, Tugendregeln, ethischen Regeln,
Bemühungen), die für alle Buddhisten, also auch für Laien, gelten;
atthanga sîla (P): die acht Selbstverpflichtungen, die mehrere Tage
verweilende Klostergäste und Laien an 'Buddha-Tagen' (*Upôsatha)
versprechen einzuhalten; dasa sîla (P): die zehn Selbstverpflichtungen,
die für Mönche, Nonnen und Novizen gelten.
Suatmon (T) wörtl.: beten, rezitieren; *Theravâda-Buddhisten
beten nicht, sondern rezitieren. Es gibt keine Bittgebete (wie z.B. in
den monotheistischen Weltreligionen), denn nach *Theravâda-Auffassung
ist 1. der *Buddha kein übernatürlicher Retter (Heiland), und 2. ist,
weil er bei seinem Tod ins Vollkommene Nirvana (S: pari-nirvâna, P:
pari-nibbâna) einging, keine Kommunikation zwischen ihm und der Welt
(nebst den himmlichen und höllischen Existenzbereichen) möglich, d.h.,
der *Buddha kann den Lobpreis, den ihm der *Sangha darbringt, weder
hören noch an ihn gerichtete Bitten und Wünsche erhören.
Sutta (n) (P; S: sûtra) wörtl.: Leitfaden, Schnur; 1. Lehrrede /
Predigt (des *Buddha), 2. allg.: hl. Schrift, besonders lehrhaften
Inhalts; hl. Text
Thera Thai-Äqivalent von „Phra"
Theravâda (P; S: Sthaviravâda) wörtl.: die Lehre der Alten, d.h.
die Lehre des älteren (ursprünglichen) Buddhismus, auch Hînayana,
„Kleines Fahrzeug", genannt, im Gegensatz zu den späteren
Lehrentwicklungen des Mahâyâna („Großes Fahrzeug") und des Vajrayâna
(„Diamantfahrzeug"). Zum Mahâyâna gehört z.B. der Zen-Buddhismus, zum
Vajrayâna z.B. der Tibetische Buddhismus. Die wichtigsten Lehren des Th.
sind : 1. Bezugspunkt und einzige Autorität ist der *Dhamma, wie er im *Pâli-Kanon
greifbar ist, 2. die Vier Edlen Wahrheiten, 3. die Lehre vom Bedingten
Entstehen (P: paticca-samuppâda, S: pratîtya-samutpâda), 4. die
anattâ-Lehre (P, S: anâtman; Lehre vom Nicht-Ich / Nicht-Selbst). Der
Th. kennt keinerlei Geheim-Initiationen (Einweihungen), esoterische
Lehren oder Geheimpraktiken. Zwei grundsätzliche Unterscheidungen sind
zu machen: 1. Die 'reine Lehre' des Th. ist nicht mit dem
Volksbuddhismus identisch. 2. Der Th. kommt (historisch-kritisch
gesehen) dem Ur-Buddhismus zwar am nächsten, ist jedoch nicht mit ihm
gleichzusetzen. Dieser ist (religionswissenschaftlich gesehen) nur
hypothetisch rekonstruierbar.
Tan (T) Mönch (Thai-Äquivalent von *Thera), siehe auch *Bhikkhu
und *Phra
Tambun (T, wörtl.: Gutes tun; vgl. P = S: dâna) das freiwillige
Geben von Materiellem (z.B. Essen und Kleidung an die Mönche),
Arbeitskraft (z.B. tätige Mithilfe im Kloster) und Weisheit (z.B.
Mithilfe bei der Verbreitung der buddh. Lehre). Der spirituelle Zweck
des Spendens ist die Überwindung von Gier und Egoismus sowie das
Erwerben religiöser Verdienste ('karmisch heilsamer Taten').
Ti-ratana (P; S: triratna, T: phra-ratana-trei) die Drei Juwelen
(auch: Kleinodien / Kostbarkeiten); buddh. Bezeichnung für *Buddha,
*Dhamma, *Sangha
Upâsaka (m), Upâsikâ (f) (P) wörtl.: Dabeisitzende(r); 1. buddh.
Laie, der *Zuflucht genommen hat und die fünf Selbstverpflichtungen (pañca
*sîla) einhält, 2. buddh. Laie, der zu besonderer Gelegenheit (z.B.
*Uposatha) die acht Selbstverpflichtungen (atthanga *sîla) einhalten
will.
Uposatha (P) Feiertage an den Tagen des Vollmondes und des Neumondes. Im
westlichen Kulturkreis werden aus praktischen Gründen die 'Buddhatage'
zumeist sonntags begangen.
Vier Edlen Wahrheiten, die siehe Buddhistisches Bekenntnis, hier:
S. 4
Vinaya (P; S) wörtl.: Disziplin; 1. Bezeichnung der buddh.
Ordensregeln, 2. Kompendium der Ordensregeln. Ein großer Teil der 227
Regeln für Mönche (und 311 für Nonnen) sind Übungs- und
Verhaltensregeln, die nicht mit der eigentlichen buddh. Ethik, dem *Sîla,
verwechselt werden
dürfen.
Vipassanâ (f) (P; S: vipašyanâ) Einsicht, Hellblick, Klarblick;
intuitives Erkennen; vipassanâ-bhâvanâ (P) Einsichts- (auch: Hellblick-,
Klarblick-) Meditation
Waldtradition ist die Bezeichnung für eine Lebensform (nicht für
eine Schulrichtung, einen Orden oder dergleichen!) des *Theravâda-Mönchtums
(der Gegenbegriff ist „Stadttradition"). Die *Waldtradition orientiert
sich so nahe wie möglich an den Ordensregeln des *Pâli-Kanon (*Vinaya)
und hat ihre originären Schwerpunkte in Meditation, Unterweisung in
buddhistischer Lehre und Lebensführung sowie in praktischer Seelsorge.
*Ajahn Chah (1918-1992), einer der bekanntesten Vertreter dieser
Tradition, sagte: „Die Arbeit eines Mönches besteht zu 80 bis 90 Prozent
darin, sich der eigenen Praxis zu widmen, die übrige Zeit kann damit
verbracht werden, der Öffentlichkeit von Nutzen zu sein. Selbst dann
sollten diejenigen, die die Bevölkerung belehren, solche sein, die sich
selbst unter Kontrolle haben, die nicht mit eigenen Problemen
beschäftigt sind und somit anderen helfen" (zit. n. J. Kornfield / P.
Breitner (Hg.), Ein stiller Waldteich, Berlin 1996, S. 114). - „Diese
Bewegung [ = die Waldtradition ] ist auch ein Protest gegen die immer
stärker auf weltliche Angelegenheiten ausgerichtete Lebensweise vieler
Dorf- und Stadtmönche" (M.B. Carrithers, in: Die Welt des Buddhismus,
hrsg. v. H. Bechert u. R. Gombrich, München 1984, S. 118; vgl. auch S.
142-144).
Wat (T) Kloster (auch: Tempel); vgl. P = S: vihâra
Zufluchtnahme („die Dreifache Zufluchtnahme"; P. ti-sarana,
S:tri-šarana) bezeichnet das Bekenntnis zu den 'Drei Juwelen' (*ti-ratana)
(„Ich nehme meine Zuflucht zu *Buddha, . . . zum *Dhamma, . . . zum *Sangha").
'Z.' hat zwei Bedeutungen: 1.die Konversion zum buddhistischen Glauben,
2. das Wiederholen der Formel, z.B. bei privaten Andachten oder an
'Buddha-Tagen' (*Uposatha). Die Z. im ersten Sinne ist kein
sakramentaler (heilsmagischer) Akt, wie z.B. die christliche Taufe; Z.
im zweiten Sinne ist kein Glaubensbekenntnis im engeren Sinne (wie z.B.
das Apostolische Glaubensbekenntnis im Christentum), sondern drückt
Verehrung, Handlungsorientierung und *Selbstverpflichtung (vgl. *Sîla)
aus. Buddhist oder Buddhistin wird man nicht durch ein Ritual, sondern
durch Praktizieren des Achtfachen Pfades, der vierten der *Vier Edlen
Wahrheiten. Da die Z. kein Weiheritus zur Aufnahme in eine
Mysteriengemeinschaft ist, muss die Z. nicht öffentlich, also z. B. vor
Mönchen in einem Kloster, sondern kann auch privat und in der Stille des
Herzens |
|